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... Wir unterhalten uns mit der Geschäftsführerin,
Galina Nurtasinowa, einer gebürtigen Kasachin, in der Geschäftsstelle
der DKG, die ihr Domizil im Gebäudekomplex der Alcatel SEL AG
in Berlin-Tempelhof aufgeschlagen hat.
Unser Gespräch wird sehr oft durch Anrufe unterbrochen. Der
Besuch des Präsidenten der Republik Kasachstan, Nursultan Nasarbajew,
steht kurz bevor, und die DKG ist Mitveranstalter eines öffentlichen
Vortrages des kasachischen Präsidenten in Berlin. "Manchmal
vergeht der ganze Tag mit der Beantwortung von Fragen und der
Vermittlung von Kontakten. Dann denke ich, wir sind ein richtiger
Auskunftsdienst geworden. Aber das ist eine unserer Hauptaufgaben:
Informationsquelle und Kontaktbörse zu sein. Dann bleibt leider
wenig Zeit, um die kasachischen Nachrichten im Internet zu lesen",
bedauert Galina Nurtasinowa. "Ohne die aktuellsten Entwicklungen
in diesem neuen unabhängigen Staat in der Mitte Eurasiens zu
verfolgen, besteht die Gefahr, etwas Wichtiges im Lande zu verpassen.
Und es ändert sich so schnell in diesem Transformationsland.
Dazu kommen schriftliche Anfragen, Vorbereitung von Veranstaltungen,
die Herausgabe unseres Infoblattes."
Die Leute finden die Gesellschaft durch ihre Veranstaltungen
und Publikationen, im Internet oder einfach durch Mundpropaganda.
Die Gesellschaft möchte nicht nur die aus beruflichen Gründen
Interessierten, sondern ein breites Publikum erreichen. Deswegen
nutzt sie jede Gelegenheit, das noch wenig bekannte zentralasiatische
Land vorzustellen. Im vorigen Jahr hat sie das erste Deutsch-Kasachische
Volksfest durchgeführt. Im Berliner Museumsdorf Düppel, neben
den Häusern mittelalterlicher Germanen, wurde ein kasachisches
Dorf – Aul – improvisiert, mit Jurten, Tanz, Musik, Kindertheater
und kasachischen kulinarischen Köstlichkeiten. Die zahlreichen
Besucher konnten sogar den berühmten Kumys aus gegorener Stutenmilch
kosten, der von einem deutschen Produzenten angeboten wurde.
In diesem Jahr wurde zum ersten Mal in einem Berliner Wohngebietsclub das kasachische Neujahrsfest Nauryz gefeiert.
Im Rahmen des Projektes "Toleranz in Berlin" haben sich die Schüler der Otto-Graf-Oberschule aktiv mit der kasachischen Kultur
beschäftigt, sie haben das Model einer Jurte gebaut, Baursaki und Samsa gebacken,
für ihre Puppen kasachische nationale Kostüme angefertigt und kasachische Teppichornamente aus Papier geschnitten.
Die Gesellschaft beteiligt sich regelmäßig an der Präsentation
Kasachstans auf der ITB – Internationale Tourismusbörse Berlin.
Im vorigen Jahr wurde die gemeinsame Veranstaltung der fünf
zentralasiatischen Republiken Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan,
Turkmenistan und Tadschikistan "Reisen durch Zentralasien" organisiert.
In diesem Jahr wurde – in Zusammenarbeit mit der kasachischen
Botschaft und mit der Agentur für Tourismus der Republik Kasachstan
– der "Tag Kasachstans" veranstaltet. Die Auftritte kasachischer
Künstler, das Quiz "Kennen Sie Kasachstan?" und die Stutenmilch-Verkostung
waren besondere Besucher-Magnete.
Mit dem Umzug von Parlament und Regierung nebst der kasachischen
Botschaft nach Berlin haben sich natürlich auch die Hauptaktivitäten
der Gesellschaft nach Berlin verlagert. Das ist verständlich.
Doch der Vorstand möchte, dass die Gesellschaft im gesamten
Bundesgebiet aktiv ist. Es gab bereits Veranstaltungen in Frankfurt
a. M., Magdeburg und Offenbach. Die weitere Verwirklichung dieses
Zieles wird entscheidend von den Mitgliedern der Gesellschaft
abhängen.
Zu den Höhepunkten in der bisherigen Tätigkeit der DKG zählen
die internationalen Tagungen "Rußland – Kasachstan – China:
Perspektiven der geopolitischen Entwicklung" (Juni 1999) und
„Eurasische Transportkorridore und ihre Rolle für die Integration
Kasachstans in die Weltwirtschaft" (Oktober 2000); die Tagungsmaterialien
sind bei der Geschäftsstelle erhältlich. Zusammen mit der GTZ
wurde im Juni 2000 die Tagung „KMU-Entwicklung in Kasachstan“
ausgerichtet.
Viele deutsche und kasachische Wissenschaftler und Studenten
haben ihre Kontakte in das jeweilige andere Land über die DKG
geknüpft. Außerdem hat die Gesellschaft Literatur für kasachische
Universitäten gesammelt und mit Hilfe der Spedition Brockmüller,
Mitglied der DKG, nach Kasachstan transportiert. Prof. Dr. jur.
Michael Meub, Mitglied des Vorstandes, hat Gastvorlesungen an
kasachischen Hochschulen gehalten. Prof. Dr. Gerhard Huber,
der viele Jahre für die GTZ in Kasachstan tätig war, hält regelmäßig
Vorträge im Ostausschuß der Deutschen Wirtschaft. Die Gesellschaft
organisiert Veranstaltungen für die Studenten des Seminars für
Zentralasienwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.
Die Gesellschaft verschließt nicht ihre Augen vor den sozialen
Problemen in Kasachstan. "Wir sind stolz auf unsere Mitglieder
"Christliche Solidarität Germering", "Europe-Kazakhstan Transfer
Berlin" und "Unfallchirurgie Klinikum Minden", die seit vielen
Jahren umfangreiche Hilfe im Bereich Gesundheit und Soziales
leisten", betont Galina Nurtasinowa. "Es wurden Arzneimittel
und medizinische Geräte gespendet, Sozialstationen aufgebaut,
Ärzteaustausche und vieles andere organisiert. Diese Hilfe wird
nicht nur von der Bevölkerung dankbar entgegengenommen, sondern
auch von der kasachischen Regierung gewürdigt. Der Präsident
der "Christlichen Solidarität Germering", Drs. Leo van Hout,
wurde zum Ehrenbürger der Stadt Pawlodar ernannt und mit dem
kasachischen Orden Parasat ausgezeichnet." Leider gibt es immer
noch Probleme beim Transport und bürokratische Hürden bei der
Einfuhr der Hilfsgüter nach Kasachstan. Auch darüber soll bei
dem Treffen der deutschen Hilfsorganisationen mit Vertretern
der kasachischen Regierung im Oktober gesprochen werden.
In einem Interview anläßlich seiner Reise nach Kasachstan im Juni ds. J., auf der ihn mehrere Mitglieder der DKG begleiteten,
hat der Vorsitzende der Gesellschaft, Gernot Erler, MdB, hervorgehoben, daß die Treffen mit der Parlamentarier-Gruppe
Kasachstan-Deutschland und mit weiteren Parlamentariern, mit Regierungsmitgliedern, Unternehmern, Vertretern
internationaler Organisationen sowie mit Vertretern der Opposition wichtige aktuelle Informationen über die
Entwicklung Kasachstans geliefert hätten. Diese Informationen aus erster Hand seien für die DKG ganz wesentlich,
da sie die erste Adresse in Deutschland sei, wenn es um die Zukunft der deutsch-kasachischen Beziehungen geht.
Die bei dieser Reise gewonnenen neuen Partner eröffnen neue Möglichkeiten für die Tätigkeit der Gesellschaft,
für ihre Veranstaltungen, Projekte und Begegnungen.
Zum Schluss unseres Gespräches sagt Galina Nurtasinowa: "Wissen Sie, was ich für das schönste Ergebnis unserer fast fünfjährigen
Tätigkeit halte? Auf einer unserer Konferenzen hat eines unser Mitglieder
seine jetzige kasachische Braut kennengelernt. Die Menschen beider Länder zu verbinden, das ist doch unsere Hauptaufgabe."
Michael Olivier Wostok-Länderspezial "KASACHSTAN" Berlin, Oktober 2001
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